Maier’s Monthly - Mai 2026

Newsletter No 5

Die Kunst des Weglassens

In einer Welt, die uns ständig erzählt, wir bräuchten mehr, habe ich in den letzten Wochen etwas Überraschendes entdeckt: Vielleicht liegt die Antwort genau im Gegenteil.

Manchmal merkt man erst, wie müde man wirklich war, wenn man plötzlich wieder schlafen kann.

Ich weiss nicht, wann wir angefangen haben zu glauben, dass mehr automatisch besser ist.

Mehr Wissen. Mehr Termine. Mehr Vitamine. Mehr Optimierung. Mehr von allem.

In den letzten Monaten habe ich so viel ausprobiert, gelesen, getestet und hinterfragt wie selten zuvor. Weil mein Körper irgendwann angefangen hat, mir ziemlich deutlich zu sagen, dass etwas nicht mehr stimmt. Schlechter Schlaf. Weniger Energie. Dieses diffuse Gefühl, nicht ganz bei sich selbst zu sein.

Also habe ich etwas getan, was mir normalerweise schwerfällt: Ich habe reduziert.

Ich habe begonnen, ein kleines Tagebuch zu führen. Kein kompliziertes Gesundheitsprotokoll. Einfach ein paar Notizen über Essen, Schlaf, Energie und Stimmung.

Was habe ich gegessen?

Wie habe ich geschlafen?

Wie habe ich mich gefühlt?

Welche Lebensmittel tun mir gut? Welche eher nicht?

Und plötzlich wurden Dinge sichtbar, die im Alltag oft untergehen.

Ich habe praktisch alle Supplemente weggelassen. Übrig geblieben sind nur Kollagen-Peptide und die bioidentischen Hormone, die mich durch die Wechseljahre begleiten.

Kaum Alkohol.

Was mich dabei fast mehr überrascht hat als der Verzicht selbst: wie oft das an gesellschaftlichen Anlässen kommentiert wird.

Offenbar fällt es mehr auf, wenn jemand nichts trinkt, als wenn jemand eine Flasche bestellt.

Und – was für mich fast noch erstaunlicher ist – kein Kaffee.

Wer mich kennt, weiss, dass das fast schon eine kleine Sensation ist.

Ob ich nie mehr Kaffee trinken werde? Vermutlich nicht. Dafür liebe ich den Duft eines guten Cappuccinos viel zu sehr. Aber als bewusste Pause ist es unglaublich spannend.

Denn je mehr ich weggelassen habe, desto klarer wurde etwas anderes:

Mein Körper braucht oft gar nicht noch mehr.

Er braucht weniger.

Weniger Reize.

Weniger Druck.

Weniger Gutgemeintes.

Weniger von diesem ständigen Versuch, alles gleichzeitig optimieren zu wollen.

Und vielleicht ist das überhaupt eine Erkenntnis, die weit über Ernährung hinausgeht.

Mit 48 merke ich immer mehr, dass Lebensqualität nicht darin besteht, möglichst viel in einen Tag zu packen.

Sondern darin, herauszufinden, was man weglassen kann.

Was einem Energie gibt.

Und was heimlich Energie raubt.

Der grösste Erfolg dieser letzten Wochen war deshalb weder eine Zahl auf der Waage noch irgendein Laborwert.

Es war etwas viel Einfacheres:

Ich schlafe wieder.

Und wer schon einmal über längere Zeit schlecht geschlafen hat, weiss, wie kostbar das ist.

Vielleicht ist Schlaf tatsächlich die unterschätzteste Form von Luxus.

Nicht die Tasche. Nicht das Auto. Nicht das schöne Hotel.

Sondern morgens aufzuwachen und sich ausgeruht zu fühlen.

Für diesen Moment bin ich gerade sehr dankbar.

Weniger Termine. Weniger Lärm. Weniger Optimierung.

Während ich manches losgelassen habe, ist anderes umso wertvoller geworden.

Die Menschen, die mir guttun.

Die Orte, an denen ich auftanken kann.

Die Projekte, die mich begeistern.

Die kleinen Rituale, die einen Unterschied machen.

Und die Momente, die noch lange nachklingen.

Hier sind meine aktuellen Five Favourites.

Five Favourites

1. Kunst, die verbindet

”Beneath the surface” - Weil der Blick unter die Oberfläche der einzige ist, der zählt

Was für ein Abend!

Die Vernissage meiner Ausstellung «Beneath the Surface» bei ZWEI Wealth war für mich etwas ganz Besonderes. Über 100 Gäste fanden den Weg in die wunderschöne Villa Mythenstein in Zürich. Es wurde diskutiert, gelacht, philosophiert und natürlich über Kunst gesprochen.

Die Ausstellung zeigt einen Querschnitt meiner künstlerischen Reise der letzten Jahre. Unterschiedliche Werkserien, Techniken, Formate und Geschichten treffen hier aufeinander.

Unter den ausgestellten Werken befindet sich auch «Home», mein 100. Kunstwerk. Ein Meilenstein.

Wenn ich an die vielen Stunden im Atelier, die Zweifel, die Freude, die Fehlversuche und die kleinen Glücksmomente denke, die hinter diesen Bildern stehen, erfüllt es mich mit Dankbarkeit zu realisieren, wo ich heute stehe.

Besonders gefreut hat mich, dass auch zwei Leserinnen dieses Newsletters mit Begleitung dabei waren. Solche Begegnungen machen meine Kreativarbeit für mich besonders wertvoll.

Meine Kunstwerke hängen noch bis Mitte August in der Villa Mythenstein und sind käuflich erwerbbar.

Wer die Ausstellung gerne in Ruhe besichtigen möchte, darf sich jederzeit bei mir melden. Ich mache auf Anfrage sehr gerne eine persönliche Führung.

Ein Querschnitt meiner künstlerischen Reise der letzten Jahre.
Foto: Denise Ackerman

Erstmals habe ich zudem eine kleine Auswahl hochwertiger Art Prints ausgestellt. Sie zeigen Detailaufnahmen meiner Originalwerke in kleineren Formaten – entstanden, weil viele von euch sich genau das gewünscht haben.

Manchmal erzählt ein Detail seine ganz eigene Geschichte.
Foto: Denise Ackerman

An diesem Abend habe ich eine Geschichte erzählt, die so alt ist wie die Menschheit selbst: eine von Elend und Hoffnung, von Scheitern und Wiederaufstehen.

Eine Geschichte, die letztlich in jedem meiner Bilder steckt.

Denn hinter jeder Oberfläche verbirgt sich mehr, als man auf den ersten Blick erkennt.

«Beneath the Surface» eben.

Wer mehr über den Abend und die Gedanken hinter meiner Kunst erfahren möchte, findet hier einen Artikel dazu:

2. E-Book “Sei du der Pilot deines Lebens”

Das Steuer selbst in die Hand nehmen

Vor fünf Jahren erschien mein Bestseller «Sei du der Pilot deines Lebens» (Giger Verlag).

Damals schrieb ich über die Mitte des Lebens, über Wendepunkte, Neuanfänge und die Frage, wie wir unser Leben bewusst gestalten können, statt uns einfach treiben zu lassen.

Was mich bis heute berührt: Noch immer erreichen mich Nachrichten von Leserinnen, die mir erzählen, wie sehr sie sich in den Geschichten wiedergefunden haben. Manche standen vor einer beruflichen Veränderung, andere vor einer Trennung oder einem Neuanfang. Und viele stellten sich dieselbe Frage:

«Was möchte ich eigentlich noch von meinem Leben?»

Vielleicht passt das Buch gerade deshalb so gut zu diesem Newsletter.

Denn auch die Kunst des Weglassens ist letztlich eine Entscheidung. Eine Entscheidung dafür, wieder selbst das Steuer in die Hand zu nehmen.

Nach zwei ausverkauften Auflagen gibt es «Sei du der Pilot deines Lebens» nun auch als E-Book.

Ein Motivationsbuch für alle, die nach Antworten suchen.
Foto: Nadine Gerber

Die gedruckte Ausgabe von «Sei du der Pilot deines Lebens» ist mittlerweile restlos ausverkauft.

Umso mehr freue ich mich, dass das Buch nun als E-Book weiterlebt und auch neue Leserinnen und Leser erreichen kann.

Falls ihr Lust habt, darin einzutauchen, könnt ihr es bei der Buchhandlung eures Vertraues bestellen und downloaden, zB hier:

3. Kleine Notizen, grosse Erkenntnisse

Die Antworten stehen nicht im Internet

Eine meiner schönsten Entdeckungen der letzten Wochen kostet keine App-Gebühr, braucht keinen Akku und verspricht keine Wunder.

Ein Notizbuch.

Jeden Tag notiere ich ein paar Zeilen.

Was habe ich gegessen?

Wie habe ich geschlafen?

Wie war meine Energie?

Wie habe ich mich gefühlt?

Nicht perfekt. Nicht wissenschaftlich. Und ganz bestimmt nicht mit dem Ziel, mein Leben bis ins letzte Detail zu optimieren.

Im Gegenteil.

Es geht vielmehr darum, wieder neugierig auf sich selbst zu werden.

Dabei sind mir einige Zusammenhänge aufgefallen, die ich sonst vermutlich übersehen hätte. Manche Lebensmittel tun mir besser als andere. Manche Gewohnheiten rauben mehr Energie, als ich dachte. Und manchmal liegt die Antwort nicht darin, noch mehr Informationen zu sammeln.

Sondern sich selbst wieder besser zuzuhören.

Vielleicht ist genau das die Kunst des Weglassens: weniger nach aussen schauen und öfter nach innen.

Die Kraft der kleinen Notizen: Was gut tut. Und was nicht.

4. Die Magie des Unerwarteten

Manchmal lohnt es sich, trotzdem zu gehen

Als die Einladung zur Eishockey-WM kam, war meine Begeisterung zunächst überschaubar.

Ich kannte in der Gruppe praktisch niemanden und fragte mich kurz, ob ich nicht lieber einen ruhigen Abend zu Hause verbringen sollte.

Zum Glück bin ich trotzdem gegangen.

Die Atmosphäre war unglaublich. Die Spannung in der Arena, die Emotionen auf den Rängen und dieses gemeinsame Mitfiebern mit Tausenden von Menschen haben mich völlig überrascht.

Und plötzlich wurde aus einem Abend, von dem ich nicht viel erwartet hatte, eines meiner Highlights des Monats.

Besonders dankbar bin ich, dass ich eines der Spiele unserer Schweizer Nationalmannschaft live erleben durfte. Während dieser Newsletter bei euch im Postfach landet, kämpft die Schweiz an diesem Wochenende um den Einzug ins Finale der Heim-WM.

Ob es am Ende für den ganz grossen Traum reicht, weiss ich noch nicht.

Aber eines weiss ich: Ich drücke fest die Daumen.

Und wieder einmal wurde ich daran erinnert, dass sich manchmal gerade die Dinge als besonders schön erweisen, von denen man am wenigsten erwartet.

Hopp Schwiiz! 🇨🇭

Ein Ja, das sich gelohnt hat. Aus Skepsis wurde Begeisterung.

5. Tao’s: Eine Oase mitten in der City

Falls ihr es noch nicht kennt, solltet ihr es kennenlernen.

Gestern traf ich mich mit einer Freundin zum Mittagessen im Tao's in Zürich.

Aus einem “schnellen Lunch” wurde ein halber Tag Quality Time.

Eigentlich hätte ich noch dies und das erledigen sollen. Und vermutlich sitze ich auch genau deshalb um ein Uhr morgens an diesem Newsletter…

Aber ich habe mir den Luxus gegönnt, den Mittag einfach zu verlängern.

Mir ist bewusst, dass das nicht immer möglich ist. Ich habe den grössten Teil meines Lebens als Angestellte verbracht und konnte nicht einfach an einem Freitag spontan freinehmen.

Dass dies heute zwischendurch möglich ist, empfinde ich als grosses Privileg.

Vielleicht ist das sogar die schönste Form von Freiheit.

Zeit als Reichtum.

Das Tao's ist dafür der perfekte Ort. Eine kleine Welt für sich. Mitten in Zürich und doch weit weg von der Hektik der Stadt. Direkt hinter dem Paradeplatz gelegen, bekommt man hier kaum etwas vom Trubel draussen mit.

Ein Ort, der von der Atmosphäre her genauso gut in St. Tropez stehen könnte.

Und das Essen?

Vom Tuna Tatar mit Avocado über marinierten Black Cod in Miso bis zu den Apple-Gyoza mit Vanilla Tofu Cream: Besser geht es kaum.

Vor allem aber erinnert mich ein Ort wie dieser daran, dass die wertvollsten Momente oft nicht die produktivsten sind.

Sondern die, die man bewusst auskostet.

Weniger Hektik, weniger Termine, mehr Zeit für das, was wirklich zählt.


Was im Juni wartet

Weitere Moderationen stehen an. Ich freue mich darauf, Menschen, Themen und Gespräche auf der Bühne zu begleiten.

Daneben entstehen mit Hochdruck neue Werke für meine nächste Einzelausstellung im September. Das Atelier ist momentan voller Ideen, Skizzen und angefangener Bilder.

Und zwischendurch zieht es mich immer wieder auf eine ganz andere Baustelle: mein neues Atelier.

Noch ist vieles unfertig.

Noch riecht es mehr nach Handwerkern als nach Farbe.

Aber langsam wird aus einer Vision ein Ort.

Vielleicht ist das ja die schönste Definition von Vorfreude: wenn etwas noch nicht fertig ist – und man es trotzdem schon lieben kann.

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Schön, dass du da bist.

Anna


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