Maier’s Monthly - Juli 2026
Newsletter No 7
Die Kunst, Mut zu zeigen
Manchmal erschrecke ich fast ein wenig über meinen eigenen Mut.
Zum Beispiel dann, wenn ich die Schlüssel zu meinem neuen Atelier am See in der Hand halte. Wenn ich die Tür öffne und durch diesen grossen, noch völlig leeren Raum gehe. Wenn meine Schritte von den kahlen Wänden widerhallen und ich versuche, mir vorzustellen, wie es hier schon bald aussehen und sich anfühlen wird.
Ich sehe Bilder an den Wänden. Leinwände auf Staffeleien. Menschen an einem langen Tisch. Gespräche, die bleiben. Begegnungen, aus denen Neues entsteht. Ich sehe Farbe, Licht und Leben.
Und ich freue mich unendlich darauf, diesen Raum mit all dem zu füllen.
Gleichzeitig ist da aber auch diese andere Stimme.
Sie erinnert mich daran, dass mit einem solchen Traum nicht nur Freude, sondern auch Verantwortung einzieht. Dass da jeden Monat Fixkosten sind, die bezahlt werden müssen. Dass es nicht einfach nur schön werden darf. Es soll auch funktionieren.
Kennst du dieses Gefühl?
Du hast dir etwas lange gewünscht. Vielleicht sogar jahrelang davon geträumt. Und plötzlich ist es da. Nicht mehr als Idee, die sicher in deinem Kopf wohnt, sondern ganz real. Mit einem Schlüssel, einem Vertrag und einer Rechnung.
Auf einmal fühlt sich der Traum nicht mehr nur leicht an. Er bekommt Gewicht.
Ich glaube, Mut bedeutet nicht, dass man keine Angst hat. Mut bedeutet auch nicht, dass man immer genau weiss, was man tut.
Mut bedeutet, die Angst mit an den Tisch zu setzen und trotzdem weiterzumachen.
Es ist dieser eine Schritt, bevor man weiss, ob der Boden trägt. Die Entscheidung, einer leisen inneren Stimme mehr zu vertrauen als all den lauten Zweifeln. Das Ja zu etwas Neuem, obwohl man noch keine Garantie dafür bekommen hat, dass alles gut ausgehen wird.
Vielleicht erschrecke ich deshalb manchmal über meinen eigenen Mut: weil er häufig schneller entscheidet als mein Sicherheitsbedürfnis.
Meine neue Kreativ-Oase. Kann es kaum erwarten, hier meinem Flow zu folgen.
In einem Numerologie-Kurs von Jeannette Ruh hörte ich kürzlich einen Gedanken, der mir geblieben ist:
Fehler sind Helfer
Es sind genau dieselben Buchstaben. Sie stehen nur in einer anderen Reihenfolge.
Und vielleicht ist das bereits die ganze Wahrheit über Fehler. Oft müssen wir lediglich unsere Sichtweise ein wenig neu sortieren.
Wir wachsen nicht, weil von Anfang an alles gelingt. Wir wachsen, weil etwas nicht funktioniert und wir noch einmal hinschauen. Weil wir unsere Haltung verändern, das Gleichgewicht neu suchen und es ein weiteres Mal versuchen.
Diesen Sommer durfte ich das bei meiner Tochter beobachten, als sie zum ersten Mal auf einem Wakeboard stand.
Bei den ersten Versuchen fiel sie ins Wasser.
Sie richtete sich wieder auf. Probierte es erneut. Fiel noch einmal hinein. Korrigierte eine Bewegung, verlagerte ihr Gewicht ein wenig anders und versuchte es wieder.
Jeder vermeintliche Fehler zeigte ihr etwas.
Und plötzlich war er da, dieser besondere Moment: Sie stand auf dem Board, fand ihr Gleichgewicht und liess sich von der Welle tragen.
Auf einmal musste sie nicht mehr gegen das Wasser kämpfen. Sie war im Flow.
Vielleicht ist das Leben manchmal genau so.
Wir fallen hin. Wir tauchen unter. Wir schlucken vielleicht sogar ein wenig Wasser. Dann kommen wir wieder an die Oberfläche, holen Luft und versuchen es noch einmal.
Ein bisschen anders. Ein bisschen klüger. Aber hoffentlich nicht vorsichtiger.
Denn was wäre die Alternative?
Am Ufer zu stehen und dem eigenen Leben beim Vorbeiziehen zuzusehen?
Ich glaube, wir brauchen den Mut, unsere Träume nicht nur zu denken, sondern sie zu betreten. Auch dann, wenn der Raum zunächst noch gross und leer vor uns liegt.
Wir brauchen den Mut, anzufangen, bevor wir uns vollständig bereit fühlen.
Und wir brauchen die Gelassenheit, Fehler nicht als Beweis dafür zu sehen, dass wir gescheitert sind, sondern als Hinweis darauf, was wir als Nächstes verändern dürfen.
Vielleicht führt uns nicht jeder Versuch sofort in den Flow.
Aber jeder Versuch bringt uns näher an die Welle, die uns eines Tages trägt.
Der Flow beginnt dort, wo wir aufhören, gegen das Leben anzukämpfen.
Finissage: Beneath The Surface
Da viele von euch gefragt haben, öffnen wir meine Ausstellung «Beneath the Surface» bei ZWEI Wealth in der Villa Mythenstein in Zürich für alle.
Ihr könnt die Ausstellung am 21. und 22. August 2026 besuchen und meine Werke in diesen wunderschönen Räumen persönlich erleben.
Damit wir wissen, mit wie vielen Gästen wir rechnen dürfen, ist eine Anmeldung über den nachfolgenden Link erforderlich.
Ich würde mich sehr freuen, viele von euch dort zu sehen.
Finissage bei ZWEI Wealth in Zürich, am 21. und 22. August 2026
Vielleicht seid ihr noch in den Ferien, plant einen kleinen Ausflug oder möchtet das Sommergefühl einfach noch ein wenig verlängern.
Deshalb habe ich euch fünf Orte und Reiseerlebnisse zusammengestellt, die mich in den vergangenen Wochen begeistert haben.
Five Favourites
1. Wirtschaft am Schlössli Bottighofen
Direkt am Bodensee gelegen und so sommerlich, dass man beinahe vergisst, dass man sich in der Schweiz befindet.
Wasser, Weite und dieses wunderbare Gefühl, für ein paar Stunden am Meer zu sein, obwohl es sich um einen See handelt. Ein Ort für lange Mittagessen, warme Abende und eine kleine Auszeit vom Alltag.
2. Vino Divino Cannobio
Versteckt im Wald liegt eine kleine Oase für alle Sinne.
Das Vino Divino fühlt sich ein wenig an wie ein gut gehütetes Geheimnis: Ein verwunschener Ort mitten im Grünen, an dem man ankommt und augenblicklich langsamer wird.
Unbedingt reservieren und genügend Zeit mitbringen.
3. Isole di Brissago
Eine Insel, die sich wie eine kleine Reise um die Welt anfühlt.
Palmen, exotische Pflanzen, prachtvolle Blüten und immer wieder der Blick auf den Lago Maggiore. Es ist fast unmöglich, die besondere Atmosphäre dieser Insel mit Bildern einzufangen.
Man muss selbst dort gewesen sein, durch den botanischen Garten spaziert sein und dieses kleine Paradies mit allen Sinnen erlebt haben.
4. Marguita Zürich
Ein Gartenrestaurant im privaten Park des Baur au Lac, nur wenige Schritte vom Zürichsee entfernt.
Das Marguita fühlt sich ein wenig an wie ein Sommertag an der Côte d’Azur: mediterran, elegant und gleichzeitig wunderbar entspannt.
Perfekt für einen langen Lunch oder einen lauen Abend unter freiem Himmel.
5. London Calling
London ist eine Stadt, die man nicht einfach nur besucht. Man lässt sich von ihr treiben.
Vom Buckingham Palace in den Park. Von Mayfair nach Soho. Vom Shopping direkt in ein Musical im West End und dazwischen immer wieder an Orte, die einen überraschen.
Drei Adressen, die ich euch besonders empfehlen kann:
1 Hotel Mayfair
Für mich das perfekte Hotel, wenn man London hauptsächlich zu Fuss entdecken möchte.
Vom Hotel aus spaziert man zum Buckingham Palace, macht ein sommerliches Picknick im Green Park, entdeckt die Geschäfte von Mayfair, bummelt in Richtung Soho oder besucht am Abend ein Musical im West End.
Das Hotel selbst verbindet modernes Design mit vielen natürlichen Materialien und einer ruhigen, warmen Atmosphäre. Ein wohltuender Gegenpol zur lebendigen Stadt.
Hermès Maison Bond Street
Die neue Hermès Maison an der New Bond Street ist schon als Gebäude ein Erlebnis.
Besonders beeindruckt hat mich, wie viel Handwerkskunst, Geschichte und Liebe zum Detail in jedem einzelnen Raum sichtbar wird. Nichts wirkt zufällig. Materialien, Farben, Möbel und Kunst wurden sorgfältig aufeinander abgestimmt.
Wer die Möglichkeit hat, an einer Führung teilzunehmen, bekommt einen aussergewöhnlichen Einblick in diese besondere Welt und versteht danach vielleicht noch besser, weshalb bei Hermès nicht einfach Produkte, sondern Handwerkskunst geschaffen wird.
Die Hermès Maison in London begeistert mit Liebe zum Detail.
Alto by San Carlo
Hoch über der Oxford Street, auf dem Dach von Selfridges, versteckt sich eine der schönsten sommerlichen Überraschungen Londons.
Das Alto by San Carlo ist ein italienisches Terrassenrestaurant, das sich mit seinen Pflanzen, Zitronenbäumen und der luftigen Atmosphäre ein wenig wie ein Kurzurlaub im Süden anfühlt.
Der perfekte Ort, um eine ausgiebige Shoppingtour zu unterbrechen, bei Pasta, kleinen italienischen Gerichten oder einem Glas Wein über den Dächern der Stadt zu sitzen – und für einen Moment fast zu vergessen, dass man mitten in London ist.
Lucky Cat Mayfair by Gordon Ramsay
Wer die bekannte Sterneküche mal anders erleben möchte.
Im Lucky Cat wird die asiatische Küche modern und überraschend interpretiert. Viele Gerichte werden zum Teilen serviert, sodass man sich am besten einmal quer durch die Karte probiert.
Meine persönliche Empfehlung: unbedingt die Bao Buns bestellen.
Was im August wartet
Im August gibt es für euch einen Venedig-Guide. Freue mich sehr, nach vielen Jahren, wieder in diese zauberhafte Stadt zu reisen.
Und es wird ernst mit meinem neuen Atelier am See.
Aus einem grossen, leeren Raum soll Schritt für Schritt ein Ort entstehen, der sich wohlig anfühlt. Ein Ort für Kunst, Begegnungen, Gespräche und neue Ideen.
Ich werde euch mitnehmen, wenn die ersten Bilder einziehen, Möbel ihren Platz finden und aus einer Vision langsam ein Zuhause für meine Arbeit wird.
Und ich darf euch bereits verraten: Im Herbst entstehen dort zwei neue Formate, auf die ich mich sehr freue.
Ich möchte zum ersten Mal einen ganz besonderen Atelier Moment anbieten, ein Malkurs für eine kleine Gruppe von nur fünf Menschen.
Ausserdem arbeitet es schon lange in mir an einer Idee, die Kunst auf eine neue, sehr persönliche Art zu euch nach Hause bringen soll: eine exklusive Atelier Membership.
Mehr dazu erzähle ich euch nach der Sommerpause.
Im August steht aber zunächst noch ein ganz besonderer Abschluss bevor: die Finissage meiner Ausstellung «Beneath the Surface» am 21. und 22. August in Zürich.
Vielleicht sehen wir uns dort?
Herzlich
Anna
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Anna
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