Maier’s Monthly - September 2026

Newsletter No 9

Die Kunst, weiterzugehen

Über das Älterwerden, neue Wege und die Freiheit, nicht angekommen sein zu müssen.

Ein herzliches Willkommen an all die neuen Menschen hier.

In den letzten Tagen ist die Maier’s Monthly-Community um über 600 Neuzugänge gewachsen. Darüber habe ich mich wirklich sehr gefreut.

Offenbar hat ein Thema gerade einen Nerv getroffen.

Mein Instagram-Post „Ich bin 49 und das mag ich am Älterwerden“ wurde so oft gelesen, geteilt und kommentiert wie schon lange nichts mehr.

Kurz darauf habe ich in meiner neuen Rubrik Anna denkt laut darüber gesprochen, dass Nein ein vollständiger Satz ist.

Und je länger ich darüber nachdenke, desto mehr merke ich:
Das gehört alles zusammen.

Ich bin im September 49 geworden. Ich habe meinen ersten Hochzeitstag gefeiert. Mein neues Atelier am See ist fertig eingerichtet und ich habe angefangen, dort wieder meine Kreativität auszuleben. Gerade male ich mein bisher grösstes Werk: drei Meter breit und eineinhalb Meter hoch.

Und gleichzeitig entstehen in meinem Kopf ganz viele Ideen, die uns alle vielleicht bald etwas näher zusammenbringen.

Dieser September fühlt sich deshalb ein bisschen an wie eine Zwischenstation.

Nicht angekommen. Sondern unterwegs.

Mehr als ein Arbeitsort: Mein neues Kunstatelier ist eine Wohlfühloase.

Muss man immer genau wissen, wo es hingeht?

Je älter wir werden, desto stärker scheint diese unausgesprochene Erwartung zu sein, dass wir irgendwann fertig sein sollten.

Mit der Berufswahl.

Mit uns selbst.

Mit der Frage, wie wir leben möchten.

Man hat etwas aufgebaut, kennt seine Rolle, weiss ungefähr, wie das eigene Leben funktioniert. Und dann wäre es doch eigentlich ziemlich vernünftig, einfach genau so weiterzumachen.

Nur kann es sein, dass wir irgendwann merken: Ich habe überhaupt keine Lust darauf.

Nicht, weil das bisherige Leben falsch war.

Aber vielleicht hast du einfach ganz fest das Bedürfnis, etwas Neues anzureissen. Ein wenig vom gewohnten Trampelpfad abzugehen. Das Leben zu spüren mit all seinen Facetten.

Auch bei mir war das immer mal wieder so. Ich stehe seit 30 Jahren auf Bühnen. Habe moderiert, ein Buch geschrieben, ein Unternehmen aufgebaut, unzählige spannende Menschen getroffen und Dinge erleben dürfen, für die ich sehr dankbar bin.

Und irgendwann kam die Kunst dazu.

Sie war nie Teil eines grossen Plans. Ich habe 2020 - nach einer fast 20jährigen Pause - aus einem Instinkt heraus mit viel Lust und Freude wieder nach den Pinseln gegriffen und habe gemalt. Ein Bild. Dann noch eines. Und noch eines. Bis es schliesslich über 100 waren, die inzwischen in ganz unterschiedlichen Haushalten in der Schweiz und im Ausland hängen und wirken dürfen.

Aus einer Berufung wurde ein Beruf, aus einem Unterstand vor unserem Schlafzimmer wurde ein Atelier und aus etwas, das intuitiv entstanden war, wurde ein immer wichtigerer Teil meines Alltags.

Eigentlich müsste ich daraus längst gelernt haben:

Nicht alles Gute im Leben beginnt mit einem Plan.

Mach mal Pause: Reflektieren, ob der eigene Weg noch der richtige ist.

Das Interessante am Älterwerden

Mit 49 weiss ich viel besser, was ich nicht mehr möchte:

Nicht mehr überall dabei sein. Nicht jedem gefallen. Nicht jede Anfrage annehmen. Nicht zu allem Ja sagen. Und ich muss auch nicht mehr jede Entscheidung erklären.

Das empfinde ich als unglaubliche Freiheit.

Gleichzeitig bleibe ich neugierig auf alles, was noch kommen mag. Denn ein Leben muss nicht aus einem einzigen Kapitel bestehen. Das nächste Kapitel macht das vorherige nicht falsch.

Man darf etwas geliebt haben und trotzdem weitergehen. Man darf erfolgreich gewesen sein und Erfolg plötzlich anders definieren. Man darf seine Meinung ändern. Man darf Nein sagen.

Und man darf Ideen haben, bei der man keine Ahnung hat, wohin sie führen.

Das Leben leben - mit all seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten. Ist das nicht der Sinn des Ganzen?

Zwischen Leinwand und See. Ein Ort, an dem Gedanken weiter werden.

Erfolg sieht für mich heute anders aus

Natürlich freue ich mich immer über einen grossen Auftrag, ein verkauftes Bild, ein volles Haus oder ein erfolgreiches Buch.

Aber Erfolg ist für mich inzwischen auch etwas anderes.

Morgens in mein Atelier zu kommen und kreativ sein zu dürfen. Mit den Händen arbeiten! Zeit zu haben, eine Idee auszuprobieren.

Ein Gespräch zu führen, das noch lange nachhallt. Menschen um mich zu scharen, bei denen ich nichts darstellen muss.

Und dieses früher seltene, inzwischen alltägliche Gefühl:

Das hier bin wirklich ich.

Im Hintergrund tüftle ich gerade an ein paar neuen Ideen, für mehr analoge Verbindlichkeit. Wenn alles so läuft, wie ich es mir wünsche, erzähle ich euch im nächsten Maier’s Monthly mehr davon.

Bis dahin wird gedacht, ausprobiert und wieder verworfen. Genau das fühlt sich im Moment ziemlich gut an.

Und jetzt interessiert mich deine Meinung: Schreib sie gerne unten in die Kommentarspalte.

Ein Kopf voller Ideen. Für alle reicht dieses Leben wohl nicht. ;-)

Dieser Monat fühlt sich weniger nach Rückblick an als nach Aufbruch.

Vieles hat gerade erst begonnen: ein neues Werk, neue Gedanken, kommende Begegnungen und Fragen, die mich noch eine Weile begleiten werden. Meine Five Favourites sind deshalb diesmal eher kleine Fenster auf das, was vor uns liegt oder erst Fahrt aufnimmt.

Five Favourites

1. My Way

Mein bisher grösstes Werk entsteht gerade im neuen Atelier.

„My Way“ besteht aus zwei Teilen und wird zusammen unglaubliche 300 x 150 cm gross.

Und ja: Der Titel ist durchaus Programm. Es soll ein Abbild sein eines gelebten Lebens, das nicht geradlinig verläuft, sondern eben so, wie es im Moment richtig ist.

Dieses Bild fordert mich. Es ist so gross, dass jede Bewegung anders wird. Ein Pinselstrich hat bei dieser Grösse nichts Filigranes mehr. Man steht quasi mitten im Werk, geht zurück, wieder hin, verändert etwas, zweifelt, überstreicht, macht weiter.

Ich habe in den letzten Tagen mehrfach aufgehört und gedacht: Jetzt lasse ich es erst einmal ruhen. Und am nächsten Morgen stand ich wieder davor.

Genau das liebe ich an Kunst.

Sie lässt sich nicht vollständig kontrollieren. Und manchmal zwingt sie einen, genau dort weiterzumachen, wo man selbst noch keine Lösung sieht.

So blank wie im Foto unten sehen die zwei Leinwände nicht mehr aus. Ich stecke mitten im Prozess. Noch nicht fertig, aber auf dem Weg.

In meinem Kopf weiss ich genau, was die Aussage von My Way ist und was das Bild auslösen soll. Freue mich, euch dann hoffentlich in einigen Wochen das fertige Werk zu zeigen.

Weisse Leinwände: Wie ein leeres Buch, das noch geschrieben werden darf.

2. Anna denkt laut

Eine neue Rubrik für alle in der Mitte des Lebens (oder drüber…)

Ich habe Lust, noch etwas mehr auszutauschen über Themen, die mich - und viele meiner Generation - beschäftigen.

Nicht als grosse Lebensweisheit. Sondern einfache Gedanken aus der Mitte des Lebens.

So ist meine neue Instagram-Serie „Anna denkt laut“ entstanden.

Den Anfang machte ein kleines Wort, das erstaunlich vielen von uns schwerfällt:

Nein.

Nein ist ein vollständiger Satz.

Wir dürfen Grenzen setzen, ohne danach noch drei Absätze Erklärung anzuhängen. Wir dürfen unsere Meinung ändern. Und wir dürfen uns selbst wichtig genug nehmen, um nicht permanent verfügbar zu sein.

Die Reaktionen auf das erste Reel haben mich unglaublich gefreut.

Also: Anna wird weiter laut denken.

Anna denkt laut: Neue Videoserie für Menschen in der Mitte des Lebens

3. Was bleibt?

Was passiert eigentlich mit einem Lebenswerk, wenn die Künstlerin oder der Künstler nicht mehr lebt?

Diese Frage beschäftigt mich gerade auch beruflich.

Wer entscheidet, was bewahrt wird?

Wer kümmert sich um Archive, Werke, Rechte und die Geschichte hinter einem Lebenswerk?

Und wie verhindert man, dass wichtige Kunst irgendwann einfach verschwindet?

Am kommenden Samstag - 26. September um 13:00 Uhr - leite ich zu diesem Thema in der Alten Brennerei in Unterramsern eine Podiumsdiskussion. Anlass ist die aktuelle Ausstellung des verstorbenen Solothurner Künstlers Schang Hutter.

Ein wichtiges Thema – eines, das weit über einen einzelnen Künstler hinausgeht.

Denn wer Kunst schafft, hinterlässt ein Stück Zeitgeschichte.

Wer dabei sein möchte, meldet sich hier an: podium@altebrennerei.net

Schang Hutter’s Kunst ist bis am 18. Oktober 2026 in der Alten Brennerei Unterramsern ausgestellt.

4. Neuer Lebensabschnitt

Meine älteste Tochter zieht mit ihrem Freund zusammen.

Und plötzlich drehen sich unsere Gespräche um Wohnungen, Räume, Einrichtungen – und um die Frage:

Welches Sofa?

Bei nydo kann man Sofas individuell konfigurieren und Modell, Stoffe und Grösse den eigenen Räumen anpassen.

Was ich daran mag: Man kauft nicht einfach irgendein fertiges Sofa, sondern stellt sich genau das zusammen, was wirklich zum eigenen Zuhause passt.

Und offenbar sind wir jetzt in der Lebensphase angekommen, in der nicht nur ich Sofas aussuche, sondern meine Kinder ebenfalls.

Das ging schnell.

nydo hat mir für meine Community einen Code gemacht: Für euch gibt es mit ANNA5 ein Jahr lang 5% Rabatt auf das ganze Sortiment.

Gemütlich und schön: Morandi XL-Ecksofa und Accardi Sessel von nydo

5. Vielleicht ist Glück kleiner, als wir denken

Wir reden oft über Glück, als müsste es etwas Grosses sein.

Dabei sind es erstaunlich oft die kleinen Dinge, die bleiben: Jemand hält kurz an, man kommt ins Gespräch, ein fremder Mensch lächelt – und für einen Moment fühlt sich ein ganz normaler Tag ein bisschen anders an.

Manchmal ist so ein kleiner Glücksmoment auch einfach einer, den man sich selbst schenkt. Kurz innehalten. Etwas geniessen. Nichts müssen.

Genau diese Idee gefällt mir am Lindt Festival du Chocolat - es bringt den Genussmoment direkt zu dir. Deshalb habe ich zugesagt, ein Teil davon zu sein und etwas Glück zu verteilen :-).

Am 9. Oktober macht die Tour Halt an der Europaallee in Zürich. Ich werde dort über Mittag helfen, LINDOR-Kugeln zu verteilen. Am meisten freue ich mich auf die Menschen, denen ich dabei begegne.

Es gibt auch eine ziemlich aussergewöhnliche Verlosung: Einen Fiat 500e, gefüllt mit 5000 LINDOR-Kugeln. Vor Ort könnt ihr sehen, wie spektakulär das aussieht.

9. Oktober 2026
Europaallee Zürich

Falls ihr in Zürich seid: Kommt vorbei und sagt Hallo. Ich freue mich.

Gewinne einen Fiat 500e, gefüllt mit 5000 Lindor-Kugeln (Visual: Lindt Switzerland)


Was im Oktober wartet

My Way wird sich Schicht für Schicht von zwei weissen Leinwänden in ein eigenständiges Kunstwerk voller Leben verwandeln.

Am 9. Oktober sehen wir uns vielleicht bei der LINDOR Tour in Zürich.

Danach möchte ich den Sommer noch ein kleines bisschen verlängern – mit der ganzen Familie auf einer Insel.

Währenddessen dürfen all die Ideen, die gerade in meinem Kopf herumschwirren, noch ein bisschen weiterreifen.

Wenn alles gut läuft, kann ich euch im nächsten Maier’s Monthly endlich mehr erzählen.

Bis dahin nehme ich aus diesem September vor allem einen Gedanken mit:

Man muss nicht angekommen sein, um genau richtig unterwegs zu sein.

Herzlich
Anna

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